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Ein Platz für die Mode dringend gesucht
Die Fashion Week soll runter vom Bebelplatz, aber wo genau sie im Januar stattfinden wird, ist noch ungewiss

Niemand will, dass die Fashion Week ausfällt. Aber wo genau sie im Januar stattfinden wird, steht nach dem Beschluss des Kulturausschusses wieder in den Sternen. Wie berichtet, hatte der Ausschuss sich dagegen ausgesprochen, erneut eine Modewoche auf dem Bebelplatz zu veranstalten. Damit hatte der Ausschuss auf eine Petition von mehr als 600 Bürgern und mehreren Kultureinrichtungen reagiert, die verhindern wollen, dass der Platz, unter dem sich das Denkmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung der Nazis befindet, weiter für kommerzielle Veranstaltungen genutzt wird.

Über mögliche neue Standorte wurde bereits während der letzten Fashion Week im Juli heftig diskutiert. Sponsoren und Veranstalter haben selbst ein großes Interesse daran, endlich stabile Verhältnisse zu schaffen und einen Ort zu finden, an dem man die Catwalks auch längerfristig zweimal jährlich ins Scheinwerferlicht stellen kann.

Allerdings sah es im Sommer noch so aus, als bleibe ein bisschen mehr Luft zum Suchen. Denn das Bezirksamt Mitte hatte am 23. Juni beschlossen, dass die Fashion Week ein letztes Mal im Januar auf dem Bebelplatz stattfinden dürfe und danach auf die Straße des 17. Juni übersiedeln könne.

„Nun hat sich der Zeitdruck deutlich erhöht“, sagte Senatssprecher Richard Meng. Zwar sei der Beschluss des Kulturausschusses rechtlich nicht bindend. Aber es handele sich um eine politische Willensbekundung, die sehr ernst zu nehmen sei, und der man deshalb nachkommen sollte. Gefragt sei nun die Wirtschaftsverwaltung: „Die muss bei der Suche richtig Druck machen.“

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit gehört zu den Unterstützern der Fashion Week und der Modemessen im Umfeld, denn sie bringen internationales Renommee und jährlich etwa 200 Millionen Euro in die Stadt. Ein Sprecher der Wirtschaftsverwaltung sagte: „Wir werden den Beschluss prüfen und die Gespräche begleiten, sind aber nicht Genehmigungsbehörde.“

Der für die Genehmigung im Bezirksamt Mitte zuständige Stadtrat Ephraim Gothe (SPD) zeigte sich von der neuen Lage überrascht. „Wir sind als Stadt verpflichtet, verlässlich zu sein“, sagte er. Vor dem Beschluss, die Fashion Week im Januar 2011 ein letztes Mal auf dem Bebelplatz stattfinden zu lassen, habe er eine Anhörung veranstaltet mit allen Beteiligten von der Wirtschaftsverwaltung, dem Veranstalter IMG World, des Petitionsausschusses und der Bürgerinitiativen. Dass er als Zuständiger zu der Sitzung des Kulturausschusses nun nicht eingeladen wurde, findet er „merkwürdig“.

Die CDU-Politikerin Monika Grütters sagte als Sprecherin der Initiative Bebelplatz, es gebe „genügend gute Alternativen“. „Unsere Einwände sind hartnäckig ignoriert worden, immer wieder wurden wir um jeweils ein halbes Jahr vertröstet.“ Der brutale Umgang mit Micha Ullmans Denkmal während der Fashion Week müsse nun endlich aufhören.

Die Sponsoren waren von der neuen Lage ebenfalls überrascht. Die zuständigen Mitarbeiter der IMG stecken gerade in den Vorbereitungen zur New Yorker Mercedes-Benz Fashion Week. Der Beschluss des Kulturausschusses hat offensichtlich alle Beteiligten kalt erwischt.

Die als Alternative bislang heiß gehandelte Straße des 17. Juni in der Höhe des Sowjetischen Ehrenmals kommt als Standort frühestens nächsten Sommer infrage, da dort derzeit neue Wasser- und Stromanschlüsse verlegt und Baumreihen gepflanzt werden. Auch der Washington-Platz vor dem Hauptbahnhof war im Gespräch – der aber wird, wie berichtet, bis August nächsten Jahres umgestaltet, fällt also gleich für die nächsten beiden Modewochen im Januar und im Juli 2011 aus.
Ein Platz für die Mode dringend gesucht
Die Fashion Week soll runter vom Bebelplatz, aber wo genau sie im Januar stattfinden wird, ist noch ungewiss

Niemand will, dass die Fashion Week ausfällt.
Die Fashion Week soll runter vom Bebelplatz, aber wo genau sie im Januar stattfinden wird, ist noch ungewiss

Niemand will, dass die Fashion Week ausfällt. Aber wo genau sie im Januar stattfinden wird, steht nach dem Beschluss des Kulturausschusses wieder in den Sternen. Wie berichtet, hatte der Ausschuss sich dagegen ausgesprochen, erneut eine Modewoche auf dem Bebelplatz zu veranstalten. Damit hatte der Ausschuss auf eine Petition von mehr als 600 Bürgern und mehreren Kultureinrichtungen reagiert, die verhindern wollen, dass der Platz, unter dem sich das Denkmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung der Nazis befindet, weiter für kommerzielle Veranstaltungen genutzt wird.

Über mögliche neue Standorte wurde bereits während der letzten Fashion Week im Juli heftig diskutiert. Sponsoren und Veranstalter haben selbst ein großes Interesse daran, endlich stabile Verhältnisse zu schaffen und einen Ort zu finden, an dem man die Catwalks auch längerfristig zweimal jährlich ins Scheinwerferlicht stellen kann.

Allerdings sah es im Sommer noch so aus, als bleibe ein bisschen mehr Luft zum Suchen. Denn das Bezirksamt Mitte hatte am 23. Juni beschlossen, dass die Fashion Week ein letztes Mal im Januar auf dem Bebelplatz stattfinden dürfe und danach auf die Straße des 17. Juni übersiedeln könne.

„Nun hat sich der Zeitdruck deutlich erhöht“, sagte Senatssprecher Richard Meng. Zwar sei der Beschluss des Kulturausschusses rechtlich nicht bindend. Aber es handele sich um eine politische Willensbekundung, die sehr ernst zu nehmen sei, und der man deshalb nachkommen sollte. Gefragt sei nun die Wirtschaftsverwaltung: „Die muss bei der Suche richtig Druck machen.“

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit gehört zu den Unterstützern der Fashion Week und der Modemessen im Umfeld, denn sie bringen internationales Renommee und jährlich etwa 200 Millionen Euro in die Stadt. Ein Sprecher der Wirtschaftsverwaltung sagte: „Wir werden den Beschluss prüfen und die Gespräche begleiten, sind aber nicht Genehmigungsbehörde.“

Der für die Genehmigung im Bezirksamt Mitte zuständige Stadtrat Ephraim Gothe (SPD) zeigte sich von der neuen Lage überrascht. „Wir sind als Stadt verpflichtet, verlässlich zu sein“, sagte er. Vor dem Beschluss, die Fashion Week im Januar 2011 ein letztes Mal auf dem Bebelplatz stattfinden zu lassen, habe er eine Anhörung veranstaltet mit allen Beteiligten von der Wirtschaftsverwaltung, dem Veranstalter IMG World, des Petitionsausschusses und der Bürgerinitiativen. Dass er als Zuständiger zu der Sitzung des Kulturausschusses nun nicht eingeladen wurde, findet er „merkwürdig“.

Die CDU-Politikerin Monika Grütters sagte als Sprecherin der Initiative Bebelplatz, es gebe „genügend gute Alternativen“. „Unsere Einwände sind hartnäckig ignoriert worden, immer wieder wurden wir um jeweils ein halbes Jahr vertröstet.“ Der brutale Umgang mit Micha Ullmans Denkmal während der Fashion Week müsse nun endlich aufhören.

Die Sponsoren waren von der neuen Lage ebenfalls überrascht. Die zuständigen Mitarbeiter der IMG stecken gerade in den Vorbereitungen zur New Yorker Mercedes-Benz Fashion Week. Der Beschluss des Kulturausschusses hat offensichtlich alle Beteiligten kalt erwischt.

Die als Alternative bislang heiß gehandelte Straße des 17. Juni in der Höhe des Sowjetischen Ehrenmals kommt als Standort frühestens nächsten Sommer infrage, da dort derzeit neue Wasser- und Stromanschlüsse verlegt und Baumreihen gepflanzt werden. Auch der Washington-Platz vor dem Hauptbahnhof war im Gespräch – der aber wird, wie berichtet, bis August nächsten Jahres umgestaltet, fällt also gleich für die nächsten beiden Modewochen im Januar und im Juli 2011 aus.

Der Tagesspiegel, [02.09.2010]

 
S-Bahn mit noch weniger Wagen
Die Bahn kann in Zukunft noch weniger Wagen pro Zug einsetzen als geplant

Die Rückkehr zum Normalfahrplan mit Betrieb auf allen Linien wird für die S-Bahn immer mehr zur Utopie.
Die Bahn kann in Zukunft noch weniger Wagen pro Zug einsetzen als geplant

Die Rückkehr zum Normalfahrplan mit Betrieb auf allen Linien wird für die S-Bahn immer mehr zur Utopie. Jetzt muss sie ab Oktober den Einsatz der betriebsfähigen Fahrzeuge so anpassen, dass bei diesen Wagen die Bremssandbehälter täglich geprüft werden können, was zu längeren Abstellzeiten führt. Bisher gab es eine Frist zwischen 7 und 14 Tagen. Wegen der häufigeren Kontrollen können dann noch weniger Wagen eingesetzt werden als bisher. Der Bahnkonzern, bei dem Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) interveniert hatte, teilte ihr mit, dass man erst Anfang Oktober imstande sei, zu sagen, wie viele Wagen die S-Bahn in den folgenden Wochen einsetzen könne. Der Chef des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB), Hans-Werner Franz, bezeichnete dies als einen „unternehmerischen Offenbarungseid.“

Schon jetzt kann die S-Bahn weniger Züge fahren lassen, als im Notbetrieb geplant war, weil sie auf neue Achsen und Räder warten müsse, für die es bei den Herstellern lange Lieferfristen gebe. Unverdrossen verkündet das Unternehmen aber weiter, nach dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember zum Normalbetrieb zurückkehren zu wollen – allerdings weiter mit kürzeren Zügen als üblich. Junge-Reyer sagt dazu, sie glaube bei der Bahn nur noch, was sie auch sehe.

Die tägliche Prüfung der Bremsbehälter ist eine späte Folge eines Auffahrunfalls im November 2006. Im Bahnhof Südkreuz war damals eine S-Bahn gegen ein abgestelltes Prüffahrzeug geprallt; mehr als 30 Fahrgäste waren verletzt worden. Der Triebfahrzeugfahrer hatte zwar heftig gebremst, allerdings war der Behälter für den Bremssand leer, der bei Gefahrenbremsungen auf die Schiene gestreut wird, um die Bremswirkung zu erhöhen. Warum die Behälter aber erst jetzt täglich kontrolliert werden, beantwortete weder das EBA noch die S-Bahn. Im Regionalverkehr sind tägliche Kontrollen üblich. Die Probleme seien seit langem bekannt, kritisierte Franz. Das neuerliche Desaster lasse sich damit nicht begründen.

Weil auch die Bremssteuerung der Fahrzeuge der neuesten Baureihe 481 konstruktionsbedingt bei Notbremsungen nicht optimal funktioniert, muss zudem die Software angepasst werden. Auch dies war nach dem Unfall schnell klar. Bis heute gibt es dafür aber noch keine Lösung. Die S-Bahn hofft, vor Jahresende eine Lösung gemeinsam mit dem Eisenbahn-Bundesamt finden zu können. Danach müssen die 500 Doppelwagen umgebaut werden, was wiederum zu längeren Aufenthalten in den Werkstätten führen wird.

Erst nach einem Umbau der Bremssteuerung dürfen die Züge wieder mit vollem Tempo fahren. Nach dem Unfall 2006 – und nach dem Ausfall der Zwangsbremsung bei der Vorbeifahrt an einem Halt zeigenden Signal – hatte das Eisenbahn-Bundesamt die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h auf 80 km/h reduziert.

Der Tagesspiegel, [02.09.2010]

 
Künstler wollen Tacheles-Verkauf überprüfen lassen
Das Kunsthaus an der Oranienburger Straße in Mitte ist in dem kommenden Wochen von der Räumung bedroht

Die Gruppe Tacheles will den Verkauf des gleichnamigen Kunsthauses in Mitte für nichtig erklären lassen.
Das Kunsthaus an der Oranienburger Straße in Mitte ist in dem kommenden Wochen von der Räumung bedroht

Die Gruppe Tacheles will den Verkauf des gleichnamigen Kunsthauses in Mitte für nichtig erklären lassen. Ob bei der Veräußerung des knapp 24.000 Quadratmeter großen Areals durch die Treuhand an einen privaten Investor schwerwiegende Fehler gemacht worden seien, werde derzeit durch Eingaben beim Bundesrechnungshof, der Senatsfinanzverwaltung und dem Petitionsausschuss des Abgeordnetenhauses geprüft, teilte die Gruppe am Mittwoch mit.

Nach einer von der Tacheles Gruppe in Auftrag gegebenen rechtlichen Stellungnahme der Kanzlei SKW Schwarz wurde beim Verkauf des Grundstücks an die Fundus GmbH 1998 von der Verwaltung nicht ausreichend geprüft, ob das Immobilienunternehmen das Vorhaben wirtschaftlich realisieren kann. Dies könnte nach Auffassung der Autoren zur Folge haben, dass ein sogenannter Investitionsvorrangbescheid generell nichtig ist und das Gelände an den Bund zurückfällt. Die Fundus-Gruppe hatte den Sachverhalt als "völlig unzutreffend" zurückgewiesen.

Dem vor allem bei Touristen beliebten Kunsthaus in der Oranienburger Straße droht in den kommenden Wochen die Zwangsversteigerung. Die mehrheitlich den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein gehörende HSH Nordbank möchte das Tacheles als Gläubigerin der Fundus GmbH veräußern. Dagegen wehren sich der Verein Tacheles und die Gruppe Tacheles, in der knapp die Hälfte der Künstler, Gastronomen und Projekte in dem Kunsthaus organisiert sind.

Im Falle eines Erfolges planen die Künstler der Gruppe Tacheles nach eigenen Angaben die Errichtung eines gewaltigen Kranzes aus Kriegsschrott und nachgebauten Teilen der Berliner Mauer über dem Areal. Er soll einen Durchmesser von 130 Meter haben und über 2000 Tonnen wiegen. Eine symbolische Grundsteinlegung soll am 3. Oktober stattfinden.

Der Tagesspiegel, [02.09.2010]

 

 

 
Die Fashion Week soll runter vom Bebelplatz, aber wo genau sie im Januar stattfinden wird, ist noch ungewiss

Niemand will, dass die Fashion Week ausfällt. Aber wo genau sie im Januar stattfinden wird, steht nach dem Beschluss des Kulturausschusses wieder in den Sternen. Wie berichtet, hatte der Ausschuss sich dagegen ausgesprochen, erneut eine Modewoche auf dem Bebelplatz zu veranstalten. Damit hatte der Ausschuss auf eine Petition von mehr als 600 Bürgern und mehreren Kultureinrichtungen reagiert, die verhindern wollen, dass der Platz, unter dem sich das Denkmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung der Nazis befindet, weiter für kommerzielle Veranstaltungen genutzt wird.

Über mögliche neue Standorte wurde bereits während der letzten Fashion Week im Juli heftig diskutiert. Sponsoren und Veranstalter haben selbst ein großes Interesse daran, endlich stabile Verhältnisse zu schaffen und einen Ort zu finden, an dem man die Catwalks auch längerfristig zweimal jährlich ins Scheinwerferlicht stellen kann.

Allerdings sah es im Sommer noch so aus, als bleibe ein bisschen mehr Luft zum Suchen. Denn das Bezirksamt Mitte hatte am 23. Juni beschlossen, dass die Fashion Week ein letztes Mal im Januar auf dem Bebelplatz stattfinden dürfe und danach auf die Straße des 17. Juni übersiedeln könne.

„Nun hat sich der Zeitdruck deutlich erhöht“, sagte Senatssprecher Richard Meng. Zwar sei der Beschluss des Kulturausschusses rechtlich nicht bindend. Aber es handele sich um eine politische Willensbekundung, die sehr ernst zu nehmen sei, und der man deshalb nachkommen sollte. Gefragt sei nun die Wirtschaftsverwaltung: „Die muss bei der Suche richtig Druck machen.“

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit gehört zu den Unterstützern der Fashion Week und der Modemessen im Umfeld, denn sie bringen internationales Renommee und jährlich etwa 200 Millionen Euro in die Stadt. Ein Sprecher der Wirtschaftsverwaltung sagte: „Wir werden den Beschluss prüfen und die Gespräche begleiten, sind aber nicht Genehmigungsbehörde.“

Der für die Genehmigung im Bezirksamt Mitte zuständige Stadtrat Ephraim Gothe (SPD) zeigte sich von der neuen Lage überrascht. „Wir sind als Stadt verpflichtet, verlässlich zu sein“, sagte er. Vor dem Beschluss, die Fashion Week im Januar 2011 ein letztes Mal auf dem Bebelplatz stattfinden zu lassen, habe er eine Anhörung veranstaltet mit allen Beteiligten von der Wirtschaftsverwaltung, dem Veranstalter IMG World, des Petitionsausschusses und der Bürgerinitiativen. Dass er als Zuständiger zu der Sitzung des Kulturausschusses nun nicht eingeladen wurde, findet er „merkwürdig“.

Die CDU-Politikerin Monika Grütters sagte als Sprecherin der Initiative Bebelplatz, es gebe „genügend gute Alternativen“. „Unsere Einwände sind hartnäckig ignoriert worden, immer wieder wurden wir um jeweils ein halbes Jahr vertröstet.“ Der brutale Umgang mit Micha Ullmans Denkmal während der Fashion Week müsse nun endlich aufhören.

Die Sponsoren waren von der neuen Lage ebenfalls überrascht. Die zuständigen Mitarbeiter der IMG stecken gerade in den Vorbereitungen zur New Yorker Mercedes-Benz Fashion Week. Der Beschluss des Kulturausschusses hat offensichtlich alle Beteiligten kalt erwischt.

Die als Alternative bislang heiß gehandelte Straße des 17. Juni in der Höhe des Sowjetischen Ehrenmals kommt als Standort frühestens nächsten Sommer infrage, da dort derzeit neue Wasser- und Stromanschlüsse verlegt und Baumreihen gepflanzt werden. Auch der Washington-Platz vor dem Hauptbahnhof war im Gespräch – der aber wird, wie berichtet, bis August nächsten Jahres umgestaltet, fällt also gleich für die nächsten beiden Modewochen im Januar und im Juli 2011 aus.

Der Tagesspiegel, [02.09.2010]

 
Die Bahn kann in Zukunft noch weniger Wagen pro Zug einsetzen als geplant

Die Rückkehr zum Normalfahrplan mit Betrieb auf allen Linien wird für die S-Bahn immer mehr zur Utopie. Jetzt muss sie ab Oktober den Einsatz der betriebsfähigen Fahrzeuge so anpassen, dass bei diesen Wagen die Bremssandbehälter täglich geprüft werden können, was zu längeren Abstellzeiten führt. Bisher gab es eine Frist zwischen 7 und 14 Tagen. Wegen der häufigeren Kontrollen können dann noch weniger Wagen eingesetzt werden als bisher. Der Bahnkonzern, bei dem Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) interveniert hatte, teilte ihr mit, dass man erst Anfang Oktober imstande sei, zu sagen, wie viele Wagen die S-Bahn in den folgenden Wochen einsetzen könne. Der Chef des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB), Hans-Werner Franz, bezeichnete dies als einen „unternehmerischen Offenbarungseid.“

Schon jetzt kann die S-Bahn weniger Züge fahren lassen, als im Notbetrieb geplant war, weil sie auf neue Achsen und Räder warten müsse, für die es bei den Herstellern lange Lieferfristen gebe. Unverdrossen verkündet das Unternehmen aber weiter, nach dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember zum Normalbetrieb zurückkehren zu wollen – allerdings weiter mit kürzeren Zügen als üblich. Junge-Reyer sagt dazu, sie glaube bei der Bahn nur noch, was sie auch sehe.

Die tägliche Prüfung der Bremsbehälter ist eine späte Folge eines Auffahrunfalls im November 2006. Im Bahnhof Südkreuz war damals eine S-Bahn gegen ein abgestelltes Prüffahrzeug geprallt; mehr als 30 Fahrgäste waren verletzt worden. Der Triebfahrzeugfahrer hatte zwar heftig gebremst, allerdings war der Behälter für den Bremssand leer, der bei Gefahrenbremsungen auf die Schiene gestreut wird, um die Bremswirkung zu erhöhen. Warum die Behälter aber erst jetzt täglich kontrolliert werden, beantwortete weder das EBA noch die S-Bahn. Im Regionalverkehr sind tägliche Kontrollen üblich. Die Probleme seien seit langem bekannt, kritisierte Franz. Das neuerliche Desaster lasse sich damit nicht begründen.

Weil auch die Bremssteuerung der Fahrzeuge der neuesten Baureihe 481 konstruktionsbedingt bei Notbremsungen nicht optimal funktioniert, muss zudem die Software angepasst werden. Auch dies war nach dem Unfall schnell klar. Bis heute gibt es dafür aber noch keine Lösung. Die S-Bahn hofft, vor Jahresende eine Lösung gemeinsam mit dem Eisenbahn-Bundesamt finden zu können. Danach müssen die 500 Doppelwagen umgebaut werden, was wiederum zu längeren Aufenthalten in den Werkstätten führen wird.

Erst nach einem Umbau der Bremssteuerung dürfen die Züge wieder mit vollem Tempo fahren. Nach dem Unfall 2006 – und nach dem Ausfall der Zwangsbremsung bei der Vorbeifahrt an einem Halt zeigenden Signal – hatte das Eisenbahn-Bundesamt die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h auf 80 km/h reduziert.

Der Tagesspiegel, [02.09.2010]

 

 
Das Kunsthaus an der Oranienburger Straße in Mitte ist in dem kommenden Wochen von der Räumung bedroht

Die Gruppe Tacheles will den Verkauf des gleichnamigen Kunsthauses in Mitte für nichtig erklären lassen. Ob bei der Veräußerung des knapp 24.000 Quadratmeter großen Areals durch die Treuhand an einen privaten Investor schwerwiegende Fehler gemacht worden seien, werde derzeit durch Eingaben beim Bundesrechnungshof, der Senatsfinanzverwaltung und dem Petitionsausschuss des Abgeordnetenhauses geprüft, teilte die Gruppe am Mittwoch mit.

Nach einer von der Tacheles Gruppe in Auftrag gegebenen rechtlichen Stellungnahme der Kanzlei SKW Schwarz wurde beim Verkauf des Grundstücks an die Fundus GmbH 1998 von der Verwaltung nicht ausreichend geprüft, ob das Immobilienunternehmen das Vorhaben wirtschaftlich realisieren kann. Dies könnte nach Auffassung der Autoren zur Folge haben, dass ein sogenannter Investitionsvorrangbescheid generell nichtig ist und das Gelände an den Bund zurückfällt. Die Fundus-Gruppe hatte den Sachverhalt als "völlig unzutreffend" zurückgewiesen.

Dem vor allem bei Touristen beliebten Kunsthaus in der Oranienburger Straße droht in den kommenden Wochen die Zwangsversteigerung. Die mehrheitlich den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein gehörende HSH Nordbank möchte das Tacheles als Gläubigerin der Fundus GmbH veräußern. Dagegen wehren sich der Verein Tacheles und die Gruppe Tacheles, in der knapp die Hälfte der Künstler, Gastronomen und Projekte in dem Kunsthaus organisiert sind.

Im Falle eines Erfolges planen die Künstler der Gruppe Tacheles nach eigenen Angaben die Errichtung eines gewaltigen Kranzes aus Kriegsschrott und nachgebauten Teilen der Berliner Mauer über dem Areal. Er soll einen Durchmesser von 130 Meter haben und über 2000 Tonnen wiegen. Eine symbolische Grundsteinlegung soll am 3. Oktober stattfinden.

Der Tagesspiegel, [02.09.2010]

 
Einigkeit bei den Berliner Wirtschaftsgesprächen: Tourismus kann für die Hauptstadt zum "Retter in der Finanznot" werden

Berlin wird wachsen. Mit Tourismus, Elektroautos, schnellem Internet und Gesundheit sollen laut der McKinsey-Studie „Berlin 2020“ 160.000 neue Jobs in der Hauptstadt entstehen. Ein ambitioniertes, aber realistisches Ziel, meint Katrin Suder, Leiterin des Berliner McKinsey-Büros.

Insbesondere über das Wachstumspotential des Tourismus diskutierten jetzt Vertreter verschiedener Branchen unter dem Titel „Berlin-Tourismus: Retter der Finanznot?“ im Rahmen der Berliner Wirtschaftsgespräche. Einig waren sich die Diskutanten darin, dass Berlin auch in Zukunft ein beliebtes Urlaubsziel ist. Es bleibe aber der „härteste Hotelmarkt der Welt“, betonte Burkard Kieker, Geschäftsführer von Berlin Tourismus Marketing GmbH. Er befürchte in diesem Bereich eine Blase.

Dennoch könnten im nächsten Jahrzehnt bis zu 500.000 neue Jobs geschaffen werden. Neben dem Tourismus, dem mit einem Jobvolumen von bis zu 115.000 möglichen Stellen die Spitze der Liste potenzieller Wachstumsbranchen reserviert bleibt, reihen sich außerdem die Elektromobilität, die Informations- und Kommunikationstechnologie und die Gesundheit ein. Schon heute beschäftigt die Tourismusbranche mit 160.000 Arbeitsplätzen 10% aller Erwerbstätigen der Stadt und ist damit Berlins größter Jobmotor. Um das Potenzial voll auszuschöpfen, müssen neue Besuchergruppen wie beispielsweise junge Familien oder Senioren gewonnen werden, sagt Jasper zu Putlitz, der Tourismusexperte bei McKinsey. Gelingen könnte das durch die Kombination von Kultur- und Erholungsreisen und den Ausbau der Messe- und Kongresskapazitäten. Schulklassen, Jugendgruppen und Wochenendabenteurer kommen jetzt schon gern in die Hauptstadt. Das internationale Besucherprofil wird von Westeuropäern und Amerikanern bestimmt. Eine Öffnung für Besucher aus Osteuropa und Fernost birgt ein enormes Potential, meint zu Putlitz.

Die gute Nachricht des Abends: Vor allem in Schwellenländern wie Indien oder China nehme das Interesse an Berlin bereits weiter zu.

Der Tagesspiegel, [02.09.2010]

 
Entdecken Sie die Welt von M·A·C COSMETICS

Ab dem 3. September 2010 können Sie die inspirierenden Make-up Trends, wie den aktuellen katzenartigen Herbstlook "Fabulous Felines" erleben. Lassen Sie sich von dem einzigartigen Pop-up Store in Ihrer Galeria Kaufhof am Alexanderplatz von M·A·C verzaubern.

 
The Art of Tolerance in Helsinki

Vom 01. September bis zum 26. Oktober 2010 werden die United Buddy Bears erstmals in Nordeuropa zu Gast sein: Helsinki, Finnland, ist die 20. Station der Welttournee.

Die Ausstellung wird von der Deutschen Botschaft, der Buddy Bär Berlin GmbH und dem Goethe-Institut Finnland mit Unterstützung der Stadt Helsinki und DB Schenker veranstaltet. Die Schirmherrschaft trägt der Oberbürgermeister von Helsinki, Jussi Pajunen.

Feierliche Eröffnung

Am 01. September 2010 wird die Ausstellung feierlich durch Jussi Pajunen (Oberbürgermeister von Helsinki und Schirmherr der Ausstellung), Dr. Peter Scholz ( Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Finnland), Göran Aberg (DB Schenker OY), Christine Haderthauer (Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen ) sowie Eva und Dr. Klaus Herlitz (Initiatoren des Projektes) um 16.00 Uhr auf dem Senatsplatz (Senaatintori) in Helsinki eröffnet.

Unter den rund 1.000 erwarteten Gästen werden neben Botschaftern, Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur auch zahlreiche Journalisten sein.

Fotowettbewerb: United Buddy Bears und visitBerlin.de prämieren das schönste Ausstellungsfoto

Während der Ausstellung findet ein Fotowettbewerb statt, bei dem das originellste auf dem Senatsplatz gemachte Bild mit einer Berlin-Reise für zwei Personen prämiert wird. Die Teilnahmebedingungen für den Wettbewerb finden sich unter der Webanschrift www.ubb-helsinki.com.

 

 
Eine knappe Woche noch, dann feiert "Yma" im Friedrichstadtpalast Premiere

Die Girlreihe trägt jetzt PVC. Schillernde Gürtel aus reflektierender Folie, die ständig ihre Farben wechseln, je nachdem, aus welchem Winkel man gerade draufschaut. Und wasserfest sind sie auch. Müssen sie sein.

Eine knappe Woche noch, dann feiert „Yma“ im Friedrichstadtpalast Premiere. Mit einem Budget von acht Millionen Euro ist sie die teuerste und aufwendigste Revue in der Geschichte des Hauses, heißt es. Womöglich auch die glamouröseste. Designer Michael Michalsky hat alle Kostüme entworfen, viele paillettenverziert, irisierend, mit Corsagen oder angedeuteten Engelsflügeln, andere erinnern an Gladiatoren-Outfits.

In den vergangenen Wochen war der 43-Jährige immer wieder zu Besuch, nahm den Bühneneingang hinten in der Kalkscheunenstraße, ist die Treppen rauf in den dritten Stock, erst links bis zum Knick und dann rechts den Gang runter, ganz durch bis zum Raum 335. Hier hat Anja Diefenbach ihr Büro, die Kostümdirektorin des Palasts. Ihre Aufgabe war, Michalskys Ideen in den hauseigenen Werkstätten umzusetzen, die gelieferten Entwürfe bühnentauglich zu machen. Denn deren Träger müssen nicht nur gut darin aussehen, sondern auch tanzen, turnen, an Seilen hangeln oder auf Trampolins springen. Bereits im Februar suchte Diefenbach nach geeigneten Stoffen, im März lieferte Michalsky seine ersten Entwürfe ab. Natürlich ist er auch bei den Anproben dabei, nimmt jedes der 500 Kostüme einzeln ab. Zum Beispiel das Kleid aus Position 33, der Schluss-Szene, es ist aus schwarzer Nylongaze, Tänzerin Dorothea steckt drin. „Sehr schön“, sagt er, „so hab ich mir das vorgestellt“. Bloß der dunkle Nietengürtel muss noch fixiert werden, der hängt ein bisschen. Und bei der strohblonden Perücke müsse man aufpassen, dass die „nicht zu heidimäßig“ rüberkomme. Doch Michalsky hat eine Idee, lässt Dorothea einfach mehrere Reihen Strass ins Kunsthaar stecken. „Hier oben eine und da zwei und unten am besten gleich drei.“ Mit Strass verhält es sich bei Michalsky so: Wenn man glaubt, mehr geht gar nicht, ist es noch lange nicht genug. Einen hohen Glamfaktor attestiert Anja Diefenbach seinen Kreationen. Inspirieren ließ er sich von Cher und Lady Gaga, aber auch von Oskar Schlemmers Triadischem Ballett aus den zwanziger Jahren. Michalsky sagt, er konnte sich endlich mal austoben. Konnte wagen, was die Kollektionen seines eigenen Labels sprengen würde. Bei denen orientiert sich Michalsky nämlich an der Tragbarkeit auf der Straße – riesige Alienhüte und Lederhosen, bei denen falschrum eingenähte BH-Einlagen die Pobacken ausformen, sind dort undenkbar.

Eines sollten seine Entwürfe bitte schön nicht sein: erwartbar. „Klassisch haben wir draußen vor der Tür gelassen“, sagt er, nein singt er, und alle im Raum müssen grinsen. Das sind die Momente, in denen man nicht weiß, ob Michael Michalsky gerade eine Rolle spielt oder sich köstlich amüsiert über die Umstehenden, die glauben, dass er gerade eine Rolle spielt.

Michalsky war nicht immer Revue-Fan. Er hatte auch seine Vorurteile. Zum Beispiel, dass Revuen für ältere Leute gemacht werden. Aber dann veranstaltete er selbst zwei Mal seine „Style Night“ im Rahmen der Fashion Week im Friedrichstadtpalast, begeisterte sich für die riesige Bühne und die Möglichkeiten, die sich hier bieten. Für raumgreifende Choreografien, für aufregende Kulissen und Lichtshows. Sieht man genau hin, ist Michalskys Engagement eigentlich keine Sensation, sondern ein sinniger Schachzug in der Entwicklung des Hauses. Innerhalb von nur zwei Jahren hat sich das vormals pleitebedrohte Revuetheater aus der Krise gespielt und einen spektakulären Imagewandel vollzogen. Großen Anteil daran hat Intendant Berndt Schmidt, der mit der Fantastshow „Qi“ auf eine forschere Form der Revue setzte. Verkaufte Karten im Wert von 17 Millionen Euro haben ihm im vergangenen Jahr einen Umsatzrekord gebracht. „Yma“ soll daran anknüpfen.

Über die Handlung ist noch wenig bekannt. „Wird ’ne Überraschung“, sagt Michalsky. Überhaupt ist er darauf bedacht, nie mehr als nötig zu verraten. Die Perücken in der Tango-Szene zum Beispiel, die seien die allerbesten. Wie denn genau? „Sag ich nicht.“ Anja Diefenbach ist da auskunftsfreudiger. Führt durch die Kostümabteilung, 42 Mitarbeiter sind hier beschäftigt, zeigt Stirnbänder aus einem Kunststoff, mit dem man sonst Taucheranzüge anfertigt, dazu übergroße, goldene Reißverschlüsse, die sie in einem Laden in Soho aufgetan hat. In „Yma“ werden sie zur Hutverzierung. Es gibt eine Mappe im dritten Stock, die Anja Diefenbach nur „unsere Bibel“ nennt. „Die ist absolut holy.“ In ihr werden die Entwürfe aller Kostüme aufbewahrt, und wer drin blättert, kann erahnen, wie komplex die Kunst der Kostümschneiderei ist, wie stark sich die Entwürfe im Laufe der Wochen immer wieder verändert haben. Die Tänzerinnen der Girlreihe sollten ursprünglich Handschuhe und Hüte tragen. Und auch bei den High Heels mussten sie Kompromisse machen. Michalsky liebt High Heels. „14 Zentimeter find ich gut“, sagt er. Aber wer damit turnt, bricht sich Beine. Jetzt sind es immerhin acht.

Friedrichstadtpalast, ab 2. September, Karten 17-104 Euro, Tel. 23 26 23 26.

Der Tagesspiegel, [27.08.2010]; Fotos: Stephan Gustavus

 
Am 28. August 2010 von 18.00 bis 2.00 Uhr

Wie jedes Jahr findet Ende August einer der unerlässlichen Programmpunkte des Berliner Kultursommers statt: die Lange Nacht der Museen. 92 Häuser nehmen in diesem Sommer teil, darunter auch die großen Museen auf der Museumsinsel, am Kulturforum und in Dahlem.

Die Lange Nacht der Museen hat diesmal einen thematischen Schwerpunkt bei den Unabhängigkeits-bewegungen in Lateinamerika, die vor 200 Jahren begannen und letztlich zur Befreiung von der spanischen Kolonialherrschaft führten. Unter dem Begriff "Bicentenario" wird in Argentinien, Bolivien, Chile, Ecuador, El Salvador, Kolumbien, Mexiko, Paraguay, Uruguay und Venezuela durchaus kontrovers der Ereignisse um 1809-11 gedacht, als die damaligen Kolonien aufbegehrten. Das Jubiläum der Gründung der meisten lateinamerikanischen Republiken hat etliche Berliner Museen und Institutionen zu Ausstellungen und Programmen inspiriert, die die gesellschaftlichen und künstlerischen Verhältnisse auf dem Kontinent reflektieren. Zum Beispiel präsentiert das Iberoamerikanische Institut die Ausstellung „Santos Chávez - poetischer Realismus. Grafiken aus Chile“ und Filme wie "Von Feuerland nach Tijuana" oder "El abrazo partido". Das DHM lädt zur Themenführung „Entdecker, Sklaven, Freiheitskämpfer - Europa und Südamerika von der Conquista bis zur Unabhängigkeit“ ein. Im Roten Rathaus gibt es zudem eine zentrale Ausstellung mit Beiträgen aus den Museen der beteiligten Länder sowie mit Musik und Kulinarischem aus dieser Region.

Ein reiches Angebot mit Führungen, Performances, Sonderausstellungen  und musikalisch-literarischen Darbietungen ergänzt wie gewohnt die Dauerausstellungen in allen beteiligten Häusern.

Eine Premiere ist die Einbindung der 10. Langen Nacht der Synagogen. Erstmals können während der Langen Nacht der Museen sechs Berliner Synagogen besichtigt werden – eine Idee, die gemeinsam mit den Jüdischen Kulturtagen zum Jubiläum entwickelt wurde und die schon im Vorfeld auf großes Interesse stößt. Mit dabei: Synagoge Fraenkelufer, Synagoge Le Dor we Dor, Synagoge Joachimstaler Straße, Neue Synagoge Oranienburger Straße, Centrum Judaicum, Synagoge Tiferet Israel. Neben Führungen durch die Synagogen erleben die Besucher u. a. liturgische Gebetsgesänge, Erläuterungen zum Schabbat und einen Trialog mit Vertretern des Judentums, des Christentums und des Islam.

Lustgarten vor dem Alten Museum

Hier eröffnet der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit um 18.00 Uhr die Lange Nacht der Museen gemeinsam mit dem Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Herrmann Parzinger, dem Generaldirektor des Deutschen Historischen Museums, Hans Ottomeyer, und der Dompredigerin Petra Zimmermann. Am Lustgarten können sich die Besucher in letzter Minute über das Programm informieren und Tickets kaufen. Hier ist auch der zentrale Umsteigeplatz für die Shuttle-Busse, die auf sieben Routen die beteiligten Museen verbinden. Die BSR zeigt mit der Kunstaktion „Die Neue Haltestelle am Lustgarten“, dass Sperrmüll wertvolles Recyclingmaterial ist. Ein besonderer Höhepunkt wird der mitternächtliche Auftritt der "Correfocs", katalanische Feuertänzer aus Argentona – zum ersten Mal in Berlin zu erleben!

 
Die S-Bahn wird ihren Normalbetrieb nicht wie geplant im Dezember wieder aufnehmen können - die Reparaturen gehen zu langsam voran

Fahrgäste der S-Bahn müssen sich darauf einstellen, dass der Normalbetrieb noch länger ans bisher angenommen auf sich warten lässt. Nach Tagesspiegel-Informationen haben Berechnungen der S-Bahn ergeben, dass das Ziel, im Dezember auf allen Linien wieder zum normalen Fahrplan zurückzukehren, sich nicht erfüllen lässt. Eine Stellungnahme des Unternehmens gab es bis Redaktionsschluss nicht.

Um wieder auf allen Linien fahren zu können, müssen nach Angaben der S-Bahn 501 der vorhandenen 630 Doppelwagen einsetzbar sein. Interne Untersuchungen haben nach Tagesspiegel–Informationen aber gezeigt, dass nicht mehr als 420 dieser sogenannten Viertelzüge auf die Gleise geschickt werden können. Mehr schaffen die Werkstätten nicht, obwohl die Kapazitäten erweitert und Anfang des Jahres auch die 2006 geschlossene Werkstatt Friedrichsfelde wieder den Betrieb aufgenommen hat.

Nach dem Bruch eines Rades und festgestellten Rissen in Achsen müssen die vorhandenen Fahrzeuge auf Anordnung des Eisenbahn-Bundesamtes so häufig zu Kontrollen in die Werkstatt, dass ein Großteil der Fahrzeugflotte ständig blockiert ist. Die Fristen sind zum Teil so knapp, dass es der S-Bahn bisher nicht gelungen ist, die nur vorübergehend abgestellten Fahrzeuge der Baureihe 485, die noch in der DDR entwickelt worden sind, wie geplant wieder rollen zu lassen. Statt 15 Doppelwagen sind meist nur vier im Einsatz.

So hat die S-Bahn auch ihr Zwischenziel nicht erreicht, derzeit täglich 416 Doppelwagen einzusetzen.In den vergangenen Tagen waren es stets weniger. Selbst zum ersten Fußballspiel von Hertha BSC am Freitagabend, als 40 000 Zuschauer im Olympiastadion erwartet und mehr als 48 000 gekommen waren, musste sie einen geplanten Sonderverkehr kurzfristig abblasen, weil es zu wenig einsatzfähige Fahrzeuge gab.

Nach Tagesspiegel-Informationen sucht die Geschäftsführung nach Zwischenlösungen, zu denen auch der Bau einer Container-Werkstatt gehören könnte. Doch wie bei allen Entscheidungen, die Geld kosten, muss hier auch der Konzern zustimmen. Entspannen soll sich die Lage erst im nächsten Jahr, wenn die bestellten neuen Achsen und Räder geliefert sind und eingebaut werden können. Bei nicht erbrachten Leistungen kürzt der Senat seine Zuschüsse an die S-Bahn. Der im Juni nachverhandelte Vertrag, der weitere Sanktionsmöglichkeiten vorsieht, ist allerdings, wie berichtet, immer noch nicht unterschrieben.

Derzeit fallen die Linien S 45 (Schönefeld–Südkreuz) und S 85 (Waidmannslust–Grünau) weiter aus; auf der S 25 entfällt der Zehn-Minuten-Takt zwischen Teltow und Potsdamer Platz/Gesundbrunnen, der auch auf der S 1 zwischen Zehlendorf und Potsdamer Platz nicht angeboten wird. Und selbst wenn die S-Bahn wieder nach Fahrplan unterwegs ist, wird es noch mindestens bis Dezember 2011 dauern, ehe die Züge auch wieder mit der vorgesehenen Wagenzahl fahren.

Der Tagesspiegel, [23.08.2010]

 

 
Praktisches und Spielerisches...

Auf einer Sonderfläche im 3. Obergeschoss präsentiert Galeria Kaufhof bis zum 26. September 2010 Haba Kindermöbel und Accessoires, Babyartikel, Kleinkinderartikel, Spielzelte, Outdoor Spielzeug, Spiele und Artikel für den Schulanfang.

Ware aus dem aktuellen Katalog kann in der Spielwarenabteilung, 3. Obergeschoss bestellt werden.

 
Drittes Adina-Haus in Berlin

Die australische Apartment Hotelgruppe Adina setzt ihren Erfolgskurs in Deutschland fort: In Hamburg und Berlin sollen zwei neue Häuser eröffnen.

Das Konzept voll ausgestattete Apartments mit den Dienstleistungen eines 4-Sterne-Hotels zu verbinden, wird auch in den neuen Häusern fortgeführt.

Drittes Adina-Haus in Berlin

Das Adina Apartment Hotel Hamburg Michel, nahe der bekannten Kathedrale St. Michaelis, wird im Dezember dieses Jahres die ersten Gäste begrüßen. Es soll über 128 Studios und Apartments verfügen.

In Berlin entsteht am Hackeschen Markt bis Januar 2011 bereits das dritte Haus, das Adina in der Hauptstadt betreibt. Es soll 145 Studios und Apartments bekommen.

In Deutschland bestehen bislang vier Adina Apartment Hotels: Eines in Frankfurt am Main und zwei weitere in Berlin, am Checkpoint Charlie und am Hauptbahnhof. Betreiber ist die Toga Hospitality, die weitere Häuser der Marke in Budapest und Kopenhagen führt.

 

 
Die öffentliche Hand hat bei der Veräußerung eines Geländes, auf dem auch das von der Zwangsräumung bedrohte Kunsthaus Tacheles liegt, möglicherweise schwere Fehler begangen

Die Tacheles-Gruppe sieht sich im Streit um ihren Verbleib auf dem Bauland an der Oranienburger Straße durch ein Gutachten der Anwälte von „SKW Schwarz“ gestärkt. „Der Verkauf des 23.600 Quadratmeter großen Areals hätte spätestens 2008 widerrufen werden müssen“, erklärte die aus Künstlern und Betreibern das Zapata-Cafés bestehende Gruppe mit Hinweis auf das Gutachten. Die Fundus-Gruppe, die das Areal beansprucht, widerspricht: „Die rechtliche Stellungnahme geht von einem völlig unzutreffenden Sachverhalt aus“. Sämtliche Schlussfolgerungen seien falsch.

Das Bauland war im Jahr 1995 von der Bundesrepublik, vertreten durch die OFD Berlin, an Fundus verkauft worden. Die Firma soll sich zu Investitionen verpflichtet haben, die Arbeitsplätze geschaffen hätten. Die Fläche ist bis heute eine Brache. Die Tacheles-Gruppe zitiert das Gutachten mit den Worten: „Die Voraussetzungen für den Widerruf lagen vor.“ Spätestens mit Ablauf der „Durchführungsfrist“ im Jahr 2007 sei feststellbar gewesen, dass die zugesagte Investition nicht fristgerecht umgesetzt werden konnte. Fundus erklärt dagegen: Das Verfahren sei in jeglicher Hinsicht einwandfrei gewesen. „Es besteht kein Zweifel, dass der Investitionsvorrangbescheid ordnungsgemäß erteilt worden ist.“

Laut SKW Schwarz könnte sich die Tacheles-Gruppe an den Bundesrechnungshof oder den Petitionsausschuss des Abgeordnetenhauses wenden oder einen Erben ausfindig machen, der den Widerruf des ergangenen Bescheides erwirken könne.

Der Tagesspiegel, [14.08.2010]

 
Mit hohen Rabatten läuft wieder der Sommerschlussverkauf (SSV) im deutschen Einzelhandel

Der Handelsverband ist mit dem Auftakt des Sommerschlussverkaufs (SSV) in der Region zufrieden. Durch die vorherige Werbung seien viele sehr gezielt in den Geschäften gewesen, sagte Günter Päts vom Handelsverband Berlin-Brandenburg am Montag in Potsdam. Der Handel locke mit Preisabschlägen von bis zu 70 Prozent. Allerdings seien die Reduzierungen für sehr hochwertige Waren etwas geringer - bei etwa 30 Prozent. Positiv für einen Einkaufsbummel sei das Wetter. Es ist nicht mehr so heiß wie in den vergangenen Wochen, als viele Menschen einen Ausflug zum Badestrand vorzogen hätten.

Berliner Zeitung, [26.07.2010]

 

 
Der erste Buddy Bär in Bulgarien wurde vom jungen bulgarischen Künstler Alexander Petkoff bemalt

Am 22. Juli fand vor dem Haupteingang der Deutschen Botschaft in Sofia die feierliche Enthüllung des Buddy Bear "Sofia" statt. Die über zwei Meter große Skulptur wird durch den Regierenden Bürgermeister der Stadt Berlin, Herrn Klaus Wowereit, die Bürgermeisterin der Stadt Sofia, Frau Jordanka Fandakova, sowie den Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Herrn Matthias Höpfner, eingeweiht. Das Kunstprojekt entstand in Kooperation mit der Kulturabteilung der Stadt Sofia.

Der Bär ist das Wappentier der deutschen Hauptstadt. Die ca. 350 Buddy Bären in Berlin sind als kreativ bemalte Skulpturen eine Touristenattraktion. Künstler gestalten die Bären an den verschiedensten Orten und aus unterschiedlichen Anlässen. Beispielsweise stellten Studenten in Zusammenarbeit mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft einen Bär her, ein weiterer Bär im Gefängnis Moabit wurde von acht Häftlingen aus sechs Ländern gestaltet. Seit 2001 stehen über 1200 Buddy Bären in der ganzen Welt, darunter auch vor mehreren Botschaften und Konsulaten der Bundesrepublik Deutschland – und jetzt auch in Sofia. 144 Buddy Bären gehen seit 2002 auf Welttournee, darunter auch der von der bulgarischen Künstlerin und DAAD-Preisträgerin Klio Karadim Bulgarien-Bär.

Der erste Buddy Bär in Bulgarien wurde vom jungen bulgarischen Künstler Alexander Petkoff bemalt. Er wählte für seine Gestaltung die Farben der deutschen Flagge und Gedichte von Rainer- Maria Rilke und Dimtscho Debeljanov, zwei großen Repräsentanten des europäischen Symbolismus.

 

 
Neues Designhotel für die Kreativen

Berlins kreative Szene hat eine neue Adresse: The Weinmeister Berlin-Mitte. Riesige Betten, eine zentrale Lage nahe des Hackeschen Markt, modernste Technologie und ein 24h-Service charakterisieren das neue Mitglied von Design Hotels, das am 6. Juli eröffnet wurde. Das 88 Zimmer große Haus gehört den "Lux 11"-Eigentümern Tom Tänzer und Elmo Hagendorf und richtet sich vorwiegend an Gäste aus der Musik-, Mode- und Kreativszene.

"Unser Hotel soll Berlin widerspiegeln" sagt Tänzer. "The Weinmeister Berlin-Mitte befindet sich mitten im Geschehen, angefangen von 24 Stunden geöffneten Clubs bis hin zu Galerien mit moderner Kunst. Wir möchten zeigen, was es heißt, das Leben zu genießen – das Hotel verströmt Stil und Eleganz und verbindet das Aufregende mit dem Nützlichen."

In den Zimmern konzentriert sich alles auf ein Einrichtungsstück: das Bett. Mit zwei Mal zwei Meter großen Matratzen und überdimensionalen, mit Stoff bezogenen Bettrahmen in gedämpften Farben steht es im Mittelpunkt und erscheint Raum hoch. Anstatt eines Fernsehers hat jedes Zimmer einen Apple "iMac" und "iPad"-Laptops können an der Rezeption ausgeliehen werden. Damit haben Gäste beste Verbindungen zu sozialen Netzwerken, Musik und Spielen. Für eine angenehme Atmosphäre sorgen flauschige Bademäntel, maßgeschneiderte Pyjamas und ein "Asprey London"-Kosmetikset. Handgefertigte Möbel wie Badezimmerregale aus natürlichem Eichenholz und Lampen in organischem Design vervollständigen die Zimmer.

Der Satz "was immer Gäste wünschen" wird im The Weinmeister Berlin-Mitte mit seinen 24-Stunden-Services wörtlich genommen. Anstelle von Uniformen trägt das Personal hochwertige Kleidung aus der neuen "Ellesse"-Kollektion, was die Nähe zur Modeindustrie unterstreicht. Im Erdgeschoss sind die "ClubLounge" und die "Schwarz Bar" Treffpunkte für Einheimische und Gäste. Die Bar wurde nach der deutschen Schauspielerin Jessica Schwarz benannt und serviert exklusiv ihren nach Familienrezept hergestellten Kräuterlikör "Schwarz". Deutsche Gerichte mit modernen Einflüssen stehen auf der Speisekarte des Restaurants. Die Dachterrasse ist für geladene Gäste, die mit Blick auf den Fernsehturm und Berlin einen Sundowner an der Bar genießen können. Außerdem verfügt das Hotel über einen Whirlpool, eine Sauna, 24 Stunden Zimmerservice und ganztägiges Frühstück.

The Weinmeister Berlin-Mitte liegt an der Kreuzung von Weinmeisterstraße und Rosenthaler Straße in direkter Nachbarschaft zu zahlreichen Kunstgalerien, Museen, Modeläden und Nachtclubs. In der näheren Umgebung des Hotels befinden sich die Shoppingmeile der Friedrichstraße, die kulturellen Sehenswürdigkeiten von Unter den Linden, die Museumsinsel sowie der Alexanderplatz mit seiner sowjetischen Architektur.

tophotel.de, [14.07.2010]

 

 
Am 1. September 2010 in der Galeria Kaufhof am Alex mit schottischem Buffet und Live Musik

Lernen Sie die Vielfalt des Whisky kennen. Single Malt Whisky Probe mit Schottischem Buffet und Live Musik am Mittwoch, den 1. September 2010 ab 20:15 Uhr in der Galeria Kaufhof am Alexanderplatz im DINEA Restaurant, 5. Etage. Durch den Abend führt Bernie Mc Gee. Er stellt Ihnen Single Malt Whisky der "Arran Destillerie" vor. Es erwartet Sie ein interessanter Vortrag über die Geschichte des Whisky. Wir bieten Ihnen ein Geschmackserlebnis von sanfter Ausgewogenheit bis robuster Explosion auf dem Gaumen. Karten im Wert von 35.- Euro erhalten Sie an der Service Kasse der Gourmet Abteilung im EG, der Galeria Kaufhof am Alexanderplatz.

Kontakt: Tel. 030 - 24743 225
E-Mail: service.210@kaufhof.de
Die verbindliche Anmeldung bzw. Stornierung ist spätestens bis zum 18. August 2010 erforderlich.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!


 
Die Fotogalerie soll bis zum Ende März ausziehen, da das Gebäude verkauft wurde

Berlins Regierender Bürgermeister will einen Aufschub für die vom Umzug bedrohte Galerie C/O erreichen. Es sei „absurd und blödsinnig“, der Fotogalerie für Ende März 2011 zu kündigen, wenn das neue Projekt nicht direkt anschließend begonnen werde, sagte Wowereit am Donnerstagabend bei der Feier zum zehnjährigen Bestehen des Hauses. „Dass vielleicht ein Jahr Leerstand herrscht zwischen dem Auszug von C/O und dem neuen Baubeginn, ist schizophren.“ Die Galerie gilt als eine der wichtigsten Adressen für Fotokunst in Deutschland. „Die Fotografie hat dadurch einen anderen Stellenwert bekommen“, sagte Wowereit.

Sie muss aber 2011 ihre Räume im ehemaligen kaiserlichen Postfuhramt in der Oranienburger Straße räumen. Das Privatgebäude wurde an eine israelische Investorengruppe verkauft. Die Galerie sucht einen neuen Standort in Berlins Mitte mit rund 2500 Quadratmetern Fläche.   Ihren Geburtstag feierte die Galerie mit einer Ausstellung von Fotografen der legendären Agentur Magnum. Bis zum 19. September sind unter dem Titel „Shifting Media“ 150 Werke zu sehen, darunter von Größen wie Robert Capa und Henri Cartier-Bresson. 2009 kamen 110 000 Besucher zu einer großen Annie-Leibovitz-Schau. Unter den Gästen der Feier war auch der Rock-Musiker und Schauspieler Marius Müller- Westernhagen.

Der Tagesspiegel, [16.07.2010]

 

 
Das bekannte Gebäude in der Oranienburger Straße bleibt aber bestandsgefährdet

Für das Kunsthaus Tacheles und die umliegenden Projekte scheint es für die Räumung keine Gnadenfrist mehr zu geben: Am Mittwochmorgen erschien an der Oranienburger Straße in Mitte der Gerichtsvollzieher, um ein Teil des Geländes räumen zu lassen. Eine Fläche im Hof, auf der Kunst ausgestellt wird, sollte für die spätere Zwangsversteigerung vorbereitet werden. Allerdings musste der Gerichtsvollzieher die Aktion abbrechen – er scheiterte am komplizierten Eigentumgsgeflecht. Die Metallwerkstatt, auf die sich der Gerichtsbeschluss bezog und die als Eigentümerin der Kunst vermutet wurde, existiert seit einiger Zeit nicht mehr. Der Gerichtsbeschluss somit ungültig. Allen Gegenständen müssen nun Eigentümer zugeordnet werden.

Die Tacheles-Künstler konnten aufatmen. Denn schon seit Tagen kursierten Gerüchte, dass Geländes geräumt wird, weil eine Zwangsversteigerung ansteht. Hintergrund ist ein Streit, der sich seit Ende 2008 – dem Ende des ursprünglichen Mietvertrages mit dem Tacheles- Verein – immer weiter zuspitzt. Denn bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Künstler für einen kleinen symbolischen Monatsbetrag in den Räumen ihre Kunst ausstellen dürfen. Doch auch nach Ende des Mietvertrages blieben sie. Die HSH Nordbank, Gläubigerin der Fundus-Gruppe, die Grundstückseignerin ist, forderte daraufhin eine Nutzungsentschädigung, rund 108 000 Euro. Soviel hatte der Tacheles-Verein nicht, seither kämpft er für die Erhaltung des Kunsthauses. Dass die Freifläche geräumt werden sollte, hat nach Ansicht von VereinssprecherinLinda Cerna keine Bedeutung für das gesamte Tacheles. Denn die Freifläche gehöre nicht zum Verein. Sie glaubt weiter fest an die Zukunft des Hauses.

„Dafür ist das Tacheles von viel zu großer künstlerischer Bedeutung“, sagt Cerna. Außerdem gebe es ja auch noch keinen Termin für die Zwangsversteigerung. Die Veräußerung des gesamten Areals von dem der Tacheles-Verein nur einen kleinen Teil beansprucht, ist allerdings nur noch eine Frage der Zeit. Aufgeben wird man hier nicht so leicht. „Am 26. Juli findet die nächste Demonstration statt“, sagt Cerna. Für das Café Zapata könnte dann die Zeit schon abgelaufen sein. Die Betreiber müssen bis zum 21. Juli weichen. Auch sie wollen nicht freiwillig weg und. wünschen sich „viele gedrückte Daumen“.

Der Tagesspiegel, [15.07.2010]

 

 
Bis zum 11. September im Monbijoupark

Die diesjährige Open Air Saison des Hexenkessel Hoftheaters steht ganz unter dem Stern der Liebe. Drei Klassiker gibt die Truppe in diesem Jahr zum Besten. Gestern feierte das beliebte Ensemble im ausverkauften Amphitheater unter tosendem Applaus die Premiere von "Julia & Romeo".

Irgendwo herrscht endlich Frieden und sieben Schauspieler suchen ein Stück: Sie finden "Romeo und Julia". Der Krieg ist zu Ende, es lebe der Krieg.

Der junge Shakespeare gibt einen Genremix vor: ein sanftes Drama, drastische Groteske, Schicksalstragödie, schrille Parodie. Das Hexenkessel Hoftheater tut nichts anderes, als die waghalsigen Formschwankungen in bewährter Manier auf die Spitze zu treiben.

Vor und in David Regehrs aus den anderen Inszenierungen des Sommers bereits bekannten hölzernem Treppenlabyrinth sind da zunächst Julia und Romeo. Im Amphitheater hat man die Namen der Protagonisten im Titel vertauscht. Denn Romeo (Vlad Chiriac) ist ein zaudernder Geselle, weich-weiß ummantelt (Kostüme Isa Mehnert), und seine Julia liebt er nur, weil sie ihn zurückliebt. Und wie sie's tut! Das junge Mädchen (Cornelia Gröschel) ist ganz unverzagt, ohne zu zögern nimmt sie's mit dem Schicksal auf, um auf bekannte Weise daran zu zerbrechen – auch wenn kurz vor der Pause das Publikum beinahe mit einem Happy End nach Hause geschickt wird.

Es gibt dazu die jungen Wilden der Familien, Bencutio (Roger Jahnke) und Tybalt (Torsten Schnier), einander und der Dauerfehde wüst verfallen und ihre Auftritte in kunstvollen Kämpfen zelebrierend. Der alte Capulet (Matthias Horn), alleinerziehend-überfordert, treibt Handel mit dem Frischfleisch seiner Tochter. In Doppelrollen glänzen Tobias Schulze als lebensklug-zynischer Pater Lorenzo und schmieriger Graf Paris und Carsta Zimmermann (Padrona Montague/ Amme), die vor allem als Amme wieder herzhaft-deftig sein darf und die meisten Lacher auf ihrer Seite hat.

Das Drama endet klassisch – Jan Zimmermann nimmt's kriegerisch und drastisch und lässt in seiner Fassung den Tod tanzen. Am Schluss umrahmen Engel das tote junge Paar.

Julia & Romeo – Shakespeare, Regie: Jan Zimmermann
Julia – Cornelia Gröschel; Romeo – Vlad Chiriac; Amme, Padrona Montague – Carsta Zimmermann; Pater Lorenzo, Graf Paris – Tobias Schulze; Bencutio – Roger Jahnke; Tybalt – Torsten Schnier; Capulet – Matthias Horn
Bühne – David Regehr; Kostüme – Isa Mehnert; Musik – Markus Götze; Kampfchoreograf – Timo Honsa; Gesamtleitung – Christian Schulz

Vorstellungen bis 11. September Di bis Sa, 21.30 Uhr
Amphitheater, Monbijoustraße, ggü. Bode-Museum, 10117 Berlin Mitte
Tickets: 030 – 2 888 66 999, Di 13 Euro, Mi Do 16/13 Euro, Fr Sa 19/16 Euro
www.amphitheater-berlin.de

 

 
be buddy, be funny, be berlin

Im Deutschen Pavillon "balancity - eine Stadt in Balance" wird die Hauptstadt Berlin von einem großen Buddy Bären vor der Kulisse des Brandenburger Tors repräsentiert. Der Bär wurde im Auftrag der Berlin Partner GmbH von der Fuenfwerken Design AG für die Expo 2010 gestaltet.

Die Einladung Berlins an die Besucher "the place to be." wird hier ganz wörtlich genommen - an der Seite des Buddy Bären, mitten auf dem Pariser Platz, ist mit Abstand das beliebteste Motiv für Erinnerungsfotos im Deutschen Pavillon.